Design-Interview: Snug.Studio

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Beitrag vom 06.11.2015, von Sabrina Pflüger

„Was wir nicht selber gerne hätten, wird nicht produziert“

Snug.Studio steht für liebevoll gestaltete Wohnaccessoires. Erst kürzlich wurde das Designer-Kollektiv für ihren Entwurf der snug.vase mit dem renommierten German Design Award 2016 ausgezeichnet. Grund genug für uns, die kreativen Köpfe hinter Snug im Design-Interview einmal näher vorzustellen.

SNUG ist ein Studio für Gestaltung mit Sitz in Hannover. Aber wer genau versteck sich hinter dem Design der beliebten Wohnaccessoires?

Snug.Studio - Designer SNUG.STUDIO das sind Berit Lüdecke, Kerstin Reilemann und Heiko Büttner. Wir alle haben einen Designhintergrund: Berit als Architektin, Kerstin als Innenarchitektin und Heiko als Produktentwickler für Möbel. Dabei haben wir Snug 2009 zu zweit gegründet und uns in diesem Jahr Heiko mit ins Boot geholt. Beim Versand und der Auftragsabwicklung unterstützen uns außerdem Bettina und Samirah. *

Wie seid ihr auf den Namen Snug [snʌg] gekommen und was bedeutet er?

Snug ist Englisch und bedeutet so viel wie wohnlich und gemütlich. Ursprünglich stammt das Wort aber von dem schwedischen Begriff „snygg“ ab, das man als süß, ordentlich oder niedlich übersetzten kann. Mit Snug verbinden wir deutsche Gemütlichkeit und unsere Liebe zum skandinavischen Design.

Angefangen hat alles mit einem DIY-Portal und Blog-Account – inzwischen finden sich eure Wohnaccessoires und Papeterie-Produkte in Shops auf der ganzen Welt. Folgt euer Design einer bestimmten Philosophie?

Tatsächlich haben wir in den Anfängen unsere Produkte noch selber hergestellt. Doch die Nachfrage wurde so groß, dass wir schnell umdenken und Hersteller für unser Design finden mussten. Inzwischen arbeiten wir mit mehreren Handwerksbetrieben und Druckereien in Deutschland zusammen und haben Kunden auf der ganzen Welt.

Unser Design ergibt sich dabei aus unserem Bauchgefühl. Was wir nicht selber gerne hätten, wird nicht produziert. Dabei folgen wir keinen Trends, sondern entwickeln Konzepte, die langlebig und klassisch sind, schlicht und ab und an mit einem besonderen Clou.

Wo und von lasst ihr euch inspirieren und wie sieht so ein ganz normaler Arbeitstag bei euch aus?

Inspiration finden wir überall. Wir halten einfach immer die Augen offen. Bestimmt läuft uns bald wieder etwas über den Weg.
Am liebsten würden wir den ganzen Tag nur entwerfen und uns mit schönen Dingen umgeben. Doch hinter den Kulissen gibt es natürlich viel Organisatorisches und administrative Aufgaben zu erledigen. Das alles zu verbinden ist eine große Herausforderung, an der wir täglich arbeiten.

Erst kürzlich seid ihr mit der Snug.Vase für den German Design Award nominiert worden und habt gewonnen. Einen herzlichen Glückwunsch auf diesem Weg! Was hat euch zu dem Entwurf der Faltvase inspiriert?

Der Preis ist eine große Ehre für uns und wir freuen uns darüber sehr! Die Idee war, eine Vase zu entwickeln, die auf dem Versandweg keinen Schaden nimmt. Als leichtes und stabiles Material war Karton die beste Wahl. Für das Wasser sorgt der Kunde selbst in Form einer Wasserflasche oder eines Wasserglases, die unter der Faltvase verschwindet.

snug.vase low von Snug.studio in kupfer snug.vase low von Snug.studio in weiß, grau und kupfer snug.vase high von Snug.studio in weiß

Schaut man sich eure Entwürfe genauer an, wird deutlich, dass ihr gerne mit Papier arbeitet. Wieso?

Papier und Karton bieten vielfältige Möglichkeiten. Durch einfaches Falten entstehen 3-dimensionale Objekte, die dann nicht mehr wie Papier scheinen. So auch bei unserer Vase. Wir spielen mit der Wirkung der Materialien. Je nach Farbgestaltung erscheint der Karton wie Porzellan, Stein oder Metall.

Auf eurem Instagram-Profil gewährt ihr ab und zu auch einen Blick in die eigenen 4-Wände. Wie würdet ihr euren persönlichen Einrichtungsstil beschreiben und auf welches Möbelstück könnt ihr zurzeit nicht verzichten?

Snug.Studio - snug.triangleHm, einen bestimmten Einrichtungsstil haben wir nicht. Ob Sperrmüllfund oder Designerstück, alles was sich gut verträgt, wird kombiniert. Wir betrachten unser Zuhause als Testraum für neue Ideen. So merken wir schnell, ob unsere Produkte funktionieren oder so wirken, wie wir es uns vorgestellt haben.

Das Möbelstück, auf das wir zurzeit nicht verzichten können, ist der Around Table von Muuto. Der Tisch ist im Moment unser Allround-Talent. Egal, ob als Couchtisch, Kinderküche, Teststrecke für Spielzeugautos und die Brio-Eisenbahn.

Thema Lieblingsmöbel. Könntet ihr euch vorstellen, in der Zukunft auch selbst einmal Möbelstücke zu entwerfen?

Wie heißt es so schön: „Sag niemals nie…“. Sobald uns die Muse küsst, gibt es vielleicht auch ein SNUG-Möbelstück.

Vielen Dank für das Interview. Wir sind gespannt und freuen uns auf viele neue Entwürfe.

* Seit 2016 ist das Snug.Studio ohne Kerstin Reilemann als Kreativ-Duo unterwegs. (Anm. d. Red.)


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